Behringstrasse

Behringstrasse

Sanierung, Umbau und Umnutzung eines Werkstattgebäudes in Hamburg Ottensen.

130 m² Wohnfläche

Bauantrag Februar 2015

Baubeginn Februar 2016

Fertigstellung Februar 2017

Dieses Werkstattgebäude auf einem Ottenser Hinterhof diente seit seiner Entstehungszeit zu Anfang des 20.Jahrhunderts als Bonbonkocherrei, Wagenstand und nach dem 2. Weltkrieg bis zu seinem Umbau 2016 als Schlosserei und Schmiede, im Obergeschoss als Atelier.

Zu seiner Entstehungszeit zu Anfang des 20.Jahrhunderts lag das Grundstück mit seinem straßenseitigen gründerzeitlichen Wohnhaus und der rückseitigen Werkstatt in direkter Nachbarschaft zu einem Standort der Menck und Hambrock Werke, die von 1868 bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts der größte Industriebetrieb Ottensens, neben den Zeisewerken und Ottensener Eisenwerken, waren.

Inzwischen wandelt sich die Nutzung im Blockinneren durch die Nachverdichtung mit Wohnraum. Im Ursprung ist das Gebäude ein 2-geschossiger Ziegelbau mit Stahl-Industriefenstern, einer Außentreppe und einigen charakterprägenden Ziegeldetails, wie Lisenen und gemauerten Vorsprüngen zur Traufe. Der Innenraum ist geprägt durch die Esse der Schmiede, sowie eine kettengetriebene Laufkatze an einem durchlaufenden Träger. Das Gebäude steht zu drei Seiten auf der Grundstücksgrenze und mit der Südfassade zum Hof gerichtet, was eine gute Belichtung ermöglicht.

Prägend für den Entwurf des Umbaus ist der Erhalt des Charakters dieses Industrie-Ziegelbaus. Fassadenteilung, Kubatur und Farbklang werden nicht verändert. Der ursprünglich eingeschossige Anbau wird jedoch komplett neu aufgebaut und durch ein Glasband aus Oberlicht und verglaster Eingangsfassade an das Hauptgebäude angeschlossen. Hier ist nach wie vor der Hauptzugang zum Gebäude und die Küche als kommunikatives Zentrum in vollem Tageslicht. Die neue Fassade des Anbaus faltet sich auf und setzt sich mit einer schwarzen Holzbekleidung vom Ziegel ab. Die Belichtung im Innenraum, erschwert durch die Grenzbebauung ist durch Oberlichter ergänzt, sodass Sonneneinstrahlung im gesamten Laufe des Tages gewährleistet ist. Die geringe Gebäudetiefe erzeugt einen Raumfluss im Grundriss, der mit wenig Flurfläche auskommt und durch raumdefinierende Einbaumöbel abgerundet wird. Die Laufkatze und das Feuer sind prägend für den Innenraum geblieben.

Eine besondere technische Herausforderung war die Planung mit Innendämmung, die durch eine differenzierte Berechnung eines Bauphysikers unterstützt wurde. In Kombination mit Kalkputz, Lehmfarbe und Wandheizung erzeugt der Aufbau in allen Jahreszeiten ein angenehmes Raumklima.

Außen wird der Antritt der Außentreppe zu einem schmalen Balkon verlängert und ermöglicht einen zusätzlichen Zugang zum Obergeschoss. Die geklinkerte Gebäudezufahrt bleibt bestehen und wird durch weitere Klinkerflächen mit Ziegeln des abgerissenen Anbaus ergänzt. Zwei Hochbeete aus Cortenstahl fassen die Außenflächen und ermöglichen Bepflanzungen in dem sonst von Kriegsschutt durchsetztem Grund.

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